Die sieben heiligen Sakramente (WW 37,259-294)

An die reifere Jugend in Städten und auf dem Land, und an jeden katholischen Christen, dem es wichtig ist, die Kraft und den Geist seines Glaubens inne zu werden

Vorrede

Kommt, ihr Lieben, und hört eurem Freund zu, der euch nichts an das Herz legen will als was besonders dazu geschickt ist, euch alle recht gut und weise, recht fromm und selig zu machen!

Die Grundlehren unseres Glaubens sind euch gewiss schon oft, in der Schule, in der Pfarrkirche, in geistreichen Schriften erklärt worden. Hier soll jene Erklärung in euch erneuert, und euer Glaube in euch befestigt werden.

Seht hier!

Ein Künstler hat in sieben Bildnissen euch die Lehre der katholischen Kirche von den sieben heiligen Sakramenten gleichsam vor Augen stellen wollen. Was nun der Künstler nicht auf dem Kupferstich ausdrücken konnte, das werde ich euch nachholen.

Damit ihr aber die Wahrheit in einem neuen Licht sehen mögt, will ich euch vorher die Grundlehren unseres Glaubens mit wenigen Worten in euer Andenken zurückrufen.
Ihr wisst: Gott hat den Menschen erschaffen zu seinem Bild. Der Mensch kam gut, rein, schön, selig aus der Hand seines Schöpfers.

Ihr wisst: Der Mensch blieb nicht, wie er aus der Hand seines Schöpfers kam; er machte sich los von seinem Gott, übertrat das Gebot seines Vaters und brachte dadurch Finsternis, Sünde, Elend, Tod in die Welt.

Ihr wisst: Gottes Huld und Liebe ist mit der Unschuld des Menschen nicht gestorben. Was er verheißen hat, geschah:

Es kam in der Fülle der Zeiten der Sohn Gottes, Jesus Christus, unser Herr, auf die Welt, lehrte uns seinen Vater wieder kennen, opferte sich für das Geschlecht der Sünder, und führte es, wie an der Hand, wieder zu seinem Vater heim.

Ihr wisst: Um den Menschen wieder mit Gott zu vereinen, stiftete Christus eine heilige, allgemeine Kirche, die alle Geschlechter der Erde und Zeiten umfassen sollte; legte auf Erden gleichsam einen neuen Garten Gottes an, in dem die Menschen, als himmlische Fruchtbäume gedeihen, und lauter Früchte der Gerechtigkeit, der Liebe, des Friedens bringen sollten.

Ihr wisst endlich auch: In diesem Garten Gottes, der die Kirche Christi heißt, hat derselbe Christus sieben Quellen angelegt, aus denen

Licht für die finsteren Gemüter,

Kraft für die Schwachen,

Trost für die Leidenden und

Leben für die Toten hervorströmen sollte.

Diese sieben Quellen der Gnade, der Kraft, des Heils sind das, was wir die sieben Sakramente heißen.

Nun sammelt Sinn und Herz, und erwägt alle Worte, womit ich euch die Bedeutung und die Kraft dieser heiligen Sakramente enthüllen werde!

 

Das Sakrament der Taufe

Das Sakrament der Firmung

Das Sakrament des Altares

Das Sakrament der Buße

Das Sakrament der letzten Ölung

Das Sakrament der Priesterweihe

Das Sakrament der Ehe