Franz Sales Handwercher

 

Alfons Maris Weigl nennt Handwercher "eine der edelsten Priestergestalten Deutschlands, ein zweiter Pfarrer von Ars".

 

Franz Sales Handwercher wurde am 3. Juni 1792 auf einem Einödbauernhof in der Nähe von Oberhausen an der Vils geboren. Er studierte Philosophie und Theologie an der Universität Landshut, u.a. bei Johann Michael Sailer, mit dem er über sein Studium hinaus in engem Kontakt stehen sollte. Am 19. Mai 1816 wurde er durch Bischof Georg M. Wittmann  in Regensburg zum Priester geweiht.

 

Er wirkte von 1836 bis 1853 als Pfarrer in Oberschneiding in Niederbayern. Er war ein Segenspfarrer. Erfüllt von einem unerschütterlichen Vertrauen auf die Kraft des Priestersegens, segnete er oft Gesunde und Kranke, Lebende und Verstorbene, Wohnungen und Ställe. Von überall her strömten die Menschen zu ihm, da durch seinen Segen viele Gnaden und Wunder geschahen. Pfarrer Handwercher war fest überzeugt: Wenn ein Priester segnet, dann segnet der Heiland. Der Segen galt ihm als mächtiger Schutz gegen die Mächte des Bösen. Jeder Gesegnete wird selbst zum Segen, weil er neu mit Christus berührt wird, neu geheiligt, neu in die Liebe des Heiligsten Herzens Jesu gehüllt wird. 

 

Durch sein Wirken, sein ständiges Gebet, durch die Hinführung zur Beichte und zur häufigen Kommunion, wurde die anfangs recht laue Pfarrei völlig umgewandelt. Franz Xaver Witt, der spätere Kooperator, berichtet nach dem Tod von Pfarrer Handwercher: "Jeden Sonn- und Feiertag gehen wir drei Seelsorger um vier Uhr früh in den Beichtstuhl und mit Unterbrechung der Gottesdienst- und Predigtzeit sitzen wir ununterbrochen bis zwölf Uhr mittags im Beichtstuhl. Es sind jeden Sonntag 300 bis 400 Personen, die die heilige Beichte und Kommunion empfangen... Wir haben nur das Erbe des edlen Pfarrers Handwercher übernommen. Er war ein Mann von glühender Beredsamkeit und einem brennenden Seeleneifer. Als er 1836 ... die Pfarrei Schneiding übernahm, waren die Verhältnisse daselbst keineswegs musterhaft. Viele Bauern saßen im Advent die ganze Nacht im Wirtshaus und tranken und spielten teuer. Die Zahl der unehelichen Kinder mochte zu den ehelichen wie 1:3 stehen. Man beichtete alle Vierteljahre und war so recht ins Irdische und Bauernvergnügen vergraben." 

 

Die Pfarrei wurde umgestaltet zu einer Gemeinde der Heiligen.

 

Handwercher gründete die Bruderschaft des heiligsten und unbefleckten Herzens Mariä und ließ ein Mädchenschulhaus erbauen.

 

Im Winter 1830 wurden Pfarrer Handwercher 15 verschiedene Visionen über die Zukunft der Menschheit zuteil, die er in Reimform niedergeschrieben hat, nachzulesen in dem Buch von Josef Ramsauer, s.u. (1. Gottesgeißel, 2. Gericht ohne Erbarmen, 3. Großes Sterben, 4. Der Turm der Kirche unzerstörbar, 5. Verwüstung der Kirche, 6. Der Weltjahrmarkt wird zur Beute Satans, 7. Aller Gottesdienst erloschen, 8. Schwanken der Kanzeln, 9. Beichtstühle in die Wüste entführt, 10. Böses Unwetter, 11. Die Erde als Schutt- und Ruinenhaufen, 12. Europäischer Satanskampf gegen die Kirche, 13. Restauration der Kirche, 14. Christus herrscht, 15. Alles eins im Glauben an den dreifaltigen Gott). 

 

Er starb am 17. August 1853 in Oberschneiding. In der dortigen Pfarrkirche befindet sich heute sein Grab. 

 

Aussprüche:

 

- "Unter allen geistlichen Gütern zur Fortpflanzung und Erhaltung des Gnadenlebens ist keines so wirksam als der häufige Empfang des heiligsten Altarssakramentes."

- "All unser Reichtum hängt vom Bitten ab. Wer bittet, erhält alles, was er verlangt."

- "Ich opfere gern mein Leben hin und trage mein schreckliches Fußleiden: Gerade so kommt der Sieg des Glaubens und das Heil der Seelen."

- "Christus als Zentrum der Erlösung in der heiligen Kommunion ist allein imstande, die heiligste, feurigste, flammendste Gottesliebe zu entzünden."

 

Literatur

- Alfons Maria Weigl: Franz Sales Handwercher. Ein eucharistischer Segenspriester. Furth b. La. 1968  

- Alfons Maria Weigl: Segenspfarrer Franz Sales Handwercher zum 100. Todestag. Wallersdorf 1953.

- Josef Ramsauer: Und ich hörte: Das soll werden! Visionen d. F.S.H., Segenspfarrer aus Niederbayern, 1792-1853. Straubing 2007.  

- August Leidl: Pfarrer Franz Sales Handwercher. In: Bavaria Sancta. Zeugen christlichen Glaubens in Bayern, S. 332-358. Regensburg 1971

- Winklhofer, Alois: Franz Sales Handwercher, ein heiligmäßiger niederbayerischer Pfarrer. In: Ostbaierische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde, S. 172-194. Passau 1961

 

Weitere Informationen siehe auch unter Links.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Grab von Segenspfarrer

  Franz Sales Handwercher in der 

  katholischen Pfarrkirche 

  Oberschneiding.