Persönliche Stellungnahmen

Hier wäre der Platz für persönliche Stellungnahmen. 

Was bedeutet Sailer für Sie? Was beeindruckt Sie am meisten an seiner Persönlichkeit oder an seinen Schriften? Wo könnten seine Haltung und seine Lehren auch heute noch Wegweiser sein? 

Stellungnahmen werden gerne per Email oder per Post entgegengenommen (siehe: Impressum) und anonym oder mit Namen veröffentlicht (je nach Wunsch). 

- Dr. Gerhard Schettler (Facharzt für Orthopädie, Pulheim), 24. Mai 2009: 
"Und alle, die fromm leben wollen, in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden" (2 Tim 3,12)
"Ihr werdet aber verraten werden von Eltern, Brüdern, Verwandten und Freunden" (Lk 21,16)
"Liebet eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen" (Mt 5,44)

Diese drei Verse kann man über das Leben von S. E. Bischof Johann Michael von Sailer stellen. In seinem Unterricht und in seinen Schriften praktizierte er eine innerliche Frömmigkeit, gab mächtige Impulse der Seelsorge und der Pädagogik. Er war ein Wegbereiter einer Ökumene auf der Grundlage der Bibel, der Kirchenväter und der Liturgie. Damit hat er die Wurzeln einer gesunden Kirchlichkeit aufgedeckt. Verdächtigt des Illuminatentums, eines Freimaurerordens höherer Erleuchteter, zu denen nicht alle Brüder Zutritt hatten, wurde ihm 1818 von der Kurie der erzbischöfliche Stuhl in Köln verweigert und 1819 in Augsburg durch das Gutachten des hl. Klemens Maria Hofbauer, der für dieselbe gute Sache des Himmelreiches kämpfte wie Sailer.

Die Prinzipien Sailers sind auch meine, doch das Lebenswerk von Hofbauer findet ebenso meinen Beifall. Der Schluss, den ich daraus ziehe, ist, dass die wahren Diener Jesu Christi bei unterschiedlichen Auffassungen sich gegenseitig achten und helfen sollen, ja sogar lieben, wie der Herr sagt. Rom hat zwar 1982 seinen mir unbekannten Zorn gegen Sailer gemildert durch eine Einlassung von Papst Johannes Paul II., doch eher ohne innere Anteilnahme. Möge uns der Herr gewähren, seine Lehre und sein Werk für uns zu verinnerlichen und in unserem wissenschaftlichen und politischen Gegner einen ebensolchen Diener Jesu Christi zu achten und zu lieben! Das ist möglich. Sonst hätte es uns der Heiland in der Bergpredigt nicht anempfohlen." 

(Anmerkung von Doris de Boer: Herrn Dr. Schettler konnte ich während einer mariologischen Tagung kennenlernen; sein gewaltiges theologisches Wissen ist höchst erstaunlich. Bei einem Gespräch über Bischof Sailer vertraute er mir an, dass er das gesamte Werk Sailers ganz gelesen habe. Fazit: 1. Sein Zeugnis über Sailer stammt also aus berufenem Mund; 2. Von Sailer kann man also nie genug lesen!)